Ich habe viele Hobbys, unter anderem "reisen". Bin mein Leben lang viel in der Welt herumgedüst, natürlich, wie man sich vorstellen kann, auf Grund des Rollstuhls (Polio), immer in Begleitung.
Mittwoch, 30. Dezember 2009
Zu meiner Person
Ich habe viele Hobbys, unter anderem "reisen". Bin mein Leben lang viel in der Welt herumgedüst, natürlich, wie man sich vorstellen kann, auf Grund des Rollstuhls (Polio), immer in Begleitung.
Südafrika 2007
Südafrika 2007
In einem Reisemagazin für Behinderte las ich einen Artikel über einen südafrikanischen Reiseanbieter, der Safaritouren in den Busch von Namibia und Botswana möglich macht. Ich buchte über dessen deutschen Partner, ein Reisebüro in Bad Elster, spontan eine 10 tägige Safaritour und stürzte mich in die Vorbereitung: Impfungen, spezielle Einkäufe, Bahnfahrten (mit Service).Der Flug brachte mich von Frankfurt, über Johannisburg nach Windhuk in Namibia. Dort am Flughafen wurde ich schon von o. e. Reiseanbieter, Michael und dessen Vater Paul, erwartet und in einem speziellen Wagen zu meinem ersten Hotel gebracht. Am nächsten Tag ging es dann weiter in den Etosha NT, wo ich den Rest der Reisegruppe kennenlernte und meine erste Nacht in einem geräumigen Zelt zubrachte.
Die Zelte verfügten über Feldbetten (in Rollihöhe) mit Federbetten und einem Hocker als Gepäckablage, sowie eine Chemietoilette, welche sich in einer abgeteilten Ecke befand. Obgleich der Boden aus einer mit dem Zelt fest vernähten Plane bestand, war es sehr mühsam, sich fortzubewegen. Außerhalb ging nix...dort waren alle Rollifahrer auf Hilfe der äußerst aufmerksamen Crew angewiesen, denn der Untergrund war sandig und sehr weich. Bei Bedarf konnte am Nachmittag geduscht werden. Auf Anfrage erhielt man einen Sack mit ca 10 Litern warmen Wasser im Zelt aufgehängt und konnte den Staub auf einem Safarisessel sitzend abspühlen. Im Großen und Ganzen musste ich jedoch Abstriche an die Hygiene machen, was aber alles andere aufwog.
Michael und meine Wenigkeit
Die Crew
Die Crew bestand aus dem Reiseleiter, seinem Vater, drei afrikanischen Helfern und unserer Köchin. Ohne Ausnahme konnten wir uns auf Zuverlässigkeit, Know how und Hilfsbereitschaft verlassen. Dabei waren Englischkenntnisse Voraussetzung und so radebrechte ich mich durch die 10 Tage, was allerdings von Tag zu Tag besser ging.

Die gesamte TruppeDie Landschaft
Ich mag bizarre Landschaften, liebe Bäume und war sehr gespannt, meine ersten Dornakazien zu sehen. So abwechslungsreich wie die Tierwelt, so gestaltete sich auch die Landschaft. Etosha -sandig-steinig, trocken, staubig, Okavango -grün, morastig, saftig, aber auch von Steppen durchzogen.
Die TierweltAlle Safaritouren starteten um ca 7°° Uhr (wecken um 5.30 Uhr, Frühstück am Lagerfeuer, dann gings auf die Piste). Bei beiden Rovern waren die Fenster entfernt, so dass man, wäre man lebensmüde gewesen, die Tiere teilweise hätte anfassen können. Das war häufig mit Herzklopfen verbunden. An einem Tag trottete ein Elefantenbulle auf Armeslänge an mir vorbei, an einem anderen Tag lag ein Löwenrudel neben dem Auto. Besonders beeindruckend war es, friedlich nebeneinander trinkende unterschiedliche Tierherden an den Wasserlöchern zu beobachten: Zebras, Giraffen, Gnus, Oryx-Antilopen und, und, und

Ein Tag bei den bushmen people
Der Kontakt zu den Menschen der bushmen people hinterließ in mir ein großes emotionales Gefühl. Die Leute des Dorfes, welches wir besuchten, waren sehr arm und erhielten von Michael in regelmäßigen Abständen Säcke mit Mais, Mehl und anderen Nahrungsmitteln. Auch Bekleidungsstücke brachte Michael meist mit (z. B.Kopftuch der Dorfältesten, Mütze des Babys). Die bushmens leben von der Jagd, vom Sammeln von Früchten und Wurzeln und verkaufen selbstgemachten Schmuck. Es sind sehr freundliche, zurückhaltende und stille Menschen.

Fazit
10 Tage voller neuer Eindrücke bewirkten bei mir: ich hatte Blut geleckt, war vom Afrika-Virus infiziert! Für mich stand fest, nächstes Jahr wieder...
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Dienstag, 29. Dezember 2009
Afrika
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