Afrika 2008
14 Tage Afrika. Meine Ziele waren diesmal Botswana, Sambia und Kapstadt. Der Reiseanbieter war wieder „endeavour safaris“.
Die Hinreise war mit einigen Aufregungen verbunden, denn ich bekam bei meiner Ankunft in Johannisburg statt meinen eigenen, einen schrottigen Flughafen-Rollstuhl. Mein Rollstuhl sei schon weiter nach Maun/Botswana unterwegs, teilte man mir mit. Nach der Landung in Maun kam Michael aufgeregt an Bord und verkündigte, dass mein Rolli kaputt sei, er sich aber um einen vorübergehenden Ersatz kümmere. Michael brachte mich zunächst zu sich nach Hause, wo er in seiner kleinen Werkstatt sofort mit der Reparatur begann: das rechte Hinterrad hatte eine Acht und einer der Schiebegriffe war abgeknickt.
Nach ca. 4 Stunden war sowohl mein Rolli wieder fahrtüchtig, als auch der Rest der Reisegruppe eingetrudelt, so dass es dann mit einer 3-stündigen Verspätung losgehen konnte zu unserem ersten Camp im Busch.
Wie auch schon im Vorjahr, standen die Zelte bei unserer Ankunft gegen 23°° Uhr, das Lagerfeuer brannte und die Köchin hatte ein leckeres Dinner vorbereitet. Da alle von den Strapazen der Reise, vom Essen und dem guten Südafrikanischen Wein die nötige Bettschwerte hatten, wurde jedoch auf einen Abschluss am Lagerfeuer verzichtet.
Um 5.30 Uhr wurden wir, wie ich es schon kannte, geweckt und bekamen frisches warmes Wasser für eine notdürftige Wäsche vor die Zelte gestellt. Am Feuer wurden alle von Michael instruiert, wie man sich verhält, sobald Tiere gesichtet werden. Besonders schön waren Tierbeobachtungen im Sonnenuntergang, wozu stets ein Sundowner und Knabbereien gereicht wurden.
Anders, als im Vorjahr ( Kontakt zu den bushmen people), konzentrierten wir uns ausschließlich auf die Beobachtung von Tieren. Unser Camp wechselte vom Moremi Wildreservat zum trockenen Savuti und schließlich in den Chobe-Nationalpark.
Unvergessen bleibt auch eine Nacht, in der ein Leopard knurrend zwischen unseren Zelten hindurchschlich, ein Löwenrudel in unmittelbarer Nähe eine Gazelle zerlegte und Elefanten zur scheinbaren Untermalung ihr Trompetenkonzert gaben. Obgleich Michael immer wieder erklärte hatte, wir seien in unseren Zelten sicher, war ich zumindest Stock steif vor Angst.
Folgende kleine Auswahl aus meinen Fotos kann die Tiervielfalt, die mir geboten wurde, nur andeutungsweise zeigen.
Sambia
Nach 5 Tagen ging es weiter nach Sambia, wo wir ein sehr gutes Hotel bezogen und zunächst einmal ausgiebigst duschten. Die schönsten Programmpunkte waren hier eine Fahrt auf dem Oberlauf des Sambezi und die Viktoria Fälle.
Colin wird zum Bootsanleger hinunter getragen
Auf dem Sambezi
Und dann kam auch schon der Tag, an dem es hieß, von der Reisegruppe Abschied zu nehmen.
Ich hatte noch ein paar Tage Kapstadt vor mir, während alle anderen zurück in ihre Heimat flogen. In der kurzen Zeit unseres Zusammenseins hatten wir uns ein wenig angefreundet und so flossen bei dem einen oder der anderen ein paar Tränchen.
Kapstadt
Weitere 5 Tage lagen vor mir. In Kapstadt hatte ich eine persönliche Reisebegleiterin, auf die mich Michael schon vorbereitet hatte. Sie sei etwas „crazy“. Ella holte mich vom Flughafen ab und wir waren uns auf Anhieb sympathisch.
Wir vereinbarten, dass sie mich täglich um 11°° Uhr vom Hotel abholen und wir dann spontan unsere Unternehmungen bestimmen würde. Das klappte ausgesprochen gut. Kap der Guten Hoffnung, Boulder Beach, Bootsfahrten, Sightseeing und Shopping in Kapstadt und zwei obligatorische Weinproben in Stellenbosch waren nur ein paar Programmpunkte.
Straßenmagazin-Verkäufer
Nachwort
Da ich sehr an Musik interessiert bin, habe ich zum Thema Afrika ein wenig im Internet gestöbert und fand bei Youtube eine interessante Gruppe aus dem Kongo: Staff Benda Bilili. Die Mitglieder dieser Gruppe hatten fast alle Polio und sind auf einen Rollstuhl angewiesen. In diesem Land ist es äußerst schwer ein zufriedenstellendes Leben zu führen, erst recht für Menschen mit einer Behinderung.
Ich hoffe mit meinen beiden Posts allen Behinderten, besonders aber Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, Mut gemacht zu haben, es mir nachzumachen. Was das Reisen angeht, so ist heute fast alles für uns möglich. Sicher, eine solche Reise kostet viel Geld, aber sie ist es wert, dafür zu sparen.