Samstag, 24. Oktober 2020

Namibia 2019 


Text folgt

Freitag, 8. Januar 2010

Südafrika 2008

Afrika 2008
14 Tage Afrika. Meine Ziele waren diesmal Botswana, Sambia und Kapstadt. Der Reiseanbieter war wieder „endeavour safaris“.
Die Hinreise war mit einigen Aufregungen verbunden, denn ich bekam bei meiner Ankunft in Johannisburg statt meinen eigenen, einen schrottigen Flughafen-Rollstuhl. Mein Rollstuhl sei schon weiter nach Maun/Botswana unterwegs, teilte man mir mit. Nach der Landung in Maun kam Michael aufgeregt an Bord und verkündigte, dass mein Rolli kaputt sei, er sich aber um einen vorübergehenden Ersatz kümmere. Michael brachte mich zunächst zu sich nach Hause, wo er in seiner kleinen Werkstatt sofort mit der Reparatur begann: das rechte Hinterrad hatte eine Acht und einer der Schiebegriffe war abgeknickt. Nach ca. 4 Stunden war sowohl mein Rolli wieder fahrtüchtig, als auch der Rest der Reisegruppe eingetrudelt, so dass es dann mit einer 3-stündigen Verspätung losgehen konnte zu unserem ersten Camp im Busch. Wie auch schon im Vorjahr, standen die Zelte bei unserer Ankunft gegen 23°° Uhr, das Lagerfeuer brannte und die Köchin hatte ein leckeres Dinner vorbereitet. Da alle von den Strapazen der Reise, vom Essen und dem guten Südafrikanischen Wein die nötige Bettschwerte hatten, wurde jedoch auf einen Abschluss am Lagerfeuer verzichtet. Um 5.30 Uhr wurden wir, wie ich es schon kannte, geweckt und bekamen frisches warmes Wasser für eine notdürftige Wäsche vor die Zelte gestellt. Am Feuer wurden alle von Michael instruiert, wie man sich verhält, sobald Tiere gesichtet werden. Besonders schön waren Tierbeobachtungen im Sonnenuntergang, wozu stets ein Sundowner und Knabbereien gereicht wurden. Anders, als im Vorjahr ( Kontakt zu den bushmen people), konzentrierten wir uns ausschließlich auf die Beobachtung von Tieren. Unser Camp wechselte vom Moremi Wildreservat zum trockenen Savuti und schließlich in den Chobe-Nationalpark. Unvergessen bleibt auch eine Nacht, in der ein Leopard knurrend zwischen unseren Zelten hindurchschlich, ein Löwenrudel in unmittelbarer Nähe eine Gazelle zerlegte und Elefanten zur scheinbaren Untermalung ihr Trompetenkonzert gaben. Obgleich Michael immer wieder erklärte hatte, wir seien in unseren Zelten sicher, war ich zumindest Stock steif vor Angst. Folgende kleine Auswahl aus meinen Fotos kann die Tiervielfalt, die mir geboten wurde, nur andeutungsweise zeigen.
Sambia
Nach 5 Tagen ging es weiter nach Sambia, wo wir ein sehr gutes Hotel bezogen und zunächst einmal ausgiebigst duschten. Die schönsten Programmpunkte waren hier eine Fahrt auf dem Oberlauf des Sambezi und die Viktoria Fälle.
Colin wird zum Bootsanleger hinunter getragen Auf dem Sambezi
Und dann kam auch schon der Tag, an dem es hieß, von der Reisegruppe Abschied zu nehmen. Ich hatte noch ein paar Tage Kapstadt vor mir, während alle anderen zurück in ihre Heimat flogen. In der kurzen Zeit unseres Zusammenseins hatten wir uns ein wenig angefreundet und so flossen bei dem einen oder der anderen ein paar Tränchen.
Kapstadt
Weitere 5 Tage lagen vor mir. In Kapstadt hatte ich eine persönliche Reisebegleiterin, auf die mich Michael schon vorbereitet hatte. Sie sei etwas „crazy“. Ella holte mich vom Flughafen ab und wir waren uns auf Anhieb sympathisch. Wir vereinbarten, dass sie mich täglich um 11°° Uhr vom Hotel abholen und wir dann spontan unsere Unternehmungen bestimmen würde. Das klappte ausgesprochen gut. Kap der Guten Hoffnung, Boulder Beach, Bootsfahrten, Sightseeing und Shopping in Kapstadt und zwei obligatorische Weinproben in Stellenbosch waren nur ein paar Programmpunkte.
Straßenmagazin-Verkäufer 

Nachwort
Da ich sehr an Musik interessiert bin, habe ich zum Thema Afrika ein wenig im Internet gestöbert und fand bei Youtube eine interessante Gruppe aus dem Kongo: Staff Benda Bilili. Die Mitglieder dieser Gruppe hatten fast alle Polio und sind auf einen Rollstuhl angewiesen. In diesem Land ist es äußerst schwer ein zufriedenstellendes Leben zu führen, erst recht für Menschen mit einer Behinderung. Ich hoffe mit meinen beiden Posts allen Behinderten, besonders aber Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, Mut gemacht zu haben, es mir nachzumachen. Was das Reisen angeht, so ist heute fast alles für uns möglich. Sicher, eine solche Reise kostet viel Geld, aber sie ist es wert, dafür zu sparen.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Zu meiner Person


Ich habe viele Hobbys, unter anderem "reisen". Bin mein Leben lang viel in der Welt herumgedüst, natürlich, wie man sich vorstellen kann, auf Grund des Rollstuhls (Polio), immer in Begleitung.

2007 war für mich ein ereignisreiches Jahr: ich war nach Jahren auf mich allein gestellt und musste mein Leben neu ordnen und organisieren. Das hat mich viel Kraft gekostet. Durch viele kleine Ereignisse, besonders aber durch meine Reise nach Afrika, war ich am Ende des Jahres voller Lebensmut, Power und Selbstbewusstsein.

Südafrika 2007

Südafrika 2007
In einem Reisemagazin für Behinderte las ich einen Artikel über einen südafrikanischen Reiseanbieter, der Safaritouren in den Busch von Namibia und Botswana möglich macht. Ich buchte über dessen deutschen Partner, ein Reisebüro in Bad Elster, spontan eine 10 tägige Safaritour und stürzte mich in die Vorbereitung: Impfungen, spezielle Einkäufe, Bahnfahrten (mit Service).
Der Flug brachte mich von Frankfurt, über Johannisburg nach Windhuk in Namibia. Dort am Flughafen wurde ich schon von o. e. Reiseanbieter, Michael und dessen Vater Paul, erwartet und in einem speziellen Wagen zu meinem ersten Hotel gebracht. Am nächsten Tag ging es dann weiter in den Etosha NT, wo ich den Rest der Reisegruppe kennenlernte und meine erste Nacht in einem geräumigen Zelt zubrachte.

Die Gruppe


Die Zelte verfügten über Feldbetten (in Rollihöhe) mit Federbetten und einem Hocker als Gepäckablage, sowie eine Chemietoilette, welche sich in einer abgeteilten Ecke befand. Obgleich der Boden aus einer mit dem Zelt fest vernähten Plane bestand, war es sehr mühsam, sich fortzubewegen. Außerhalb ging nix...dort waren alle Rollifahrer auf Hilfe der äußerst aufmerksamen Crew angewiesen, denn der Untergrund war sandig und sehr weich. Bei Bedarf konnte am Nachmittag geduscht werden. Auf Anfrage erhielt man einen Sack mit ca 10 Litern warmen Wasser im Zelt aufgehängt und konnte den Staub auf einem Safarisessel sitzend abspühlen. Im Großen und Ganzen musste ich jedoch Abstriche an die Hygiene machen, was aber alles andere aufwog.


Mein Zelt


Michael und meine Wenigkeit


Die Crew
Die Crew bestand aus dem Reiseleiter, seinem Vater, drei afrikanischen Helfern und unserer Köchin. Ohne Ausnahme konnten wir uns auf Zuverlässigkeit, Know how und Hilfsbereitschaft verlassen. Dabei waren Englischkenntnisse Voraussetzung und so radebrechte ich mich durch die 10 Tage, was allerdings von Tag zu Tag besser ging.

Unsere Köchin





Die gesamte Truppe


Die Landschaft
Ich mag bizarre Landschaften, liebe Bäume und war sehr gespannt, meine ersten Dornakazien zu sehen. So abwechslungsreich wie die Tierwelt, so gestaltete sich auch die Landschaft. Etosha -sandig-steinig, trocken, staubig, Okavango -grün, morastig, saftig, aber auch von Steppen durchzogen.







Flug über das Okavango-Delta






Die Tierwelt
Alle Safaritouren starteten um ca 7°° Uhr (wecken um 5.30 Uhr, Frühstück am Lagerfeuer, dann gings auf die Piste). Bei beiden Rovern waren die Fenster entfernt, so dass man, wäre man lebensmüde gewesen, die Tiere teilweise hätte anfassen können. Das war häufig mit Herzklopfen verbunden. An einem Tag trottete ein Elefantenbulle auf Armeslänge an mir vorbei, an einem anderen Tag lag ein Löwenrudel neben dem Auto. Besonders beeindruckend war es, friedlich nebeneinander trinkende unterschiedliche Tierherden an den Wasserlöchern zu beobachten: Zebras, Giraffen, Gnus, Oryx-Antilopen und, und, und





Eine Wasserstelle


Ein Tag bei den bushmen people
Der Kontakt zu den Menschen der bushmen people hinterließ in mir ein großes emotionales Gefühl. Die Leute des Dorfes, welches wir besuchten, waren sehr arm und erhielten von Michael in regelmäßigen Abständen Säcke mit Mais, Mehl und anderen Nahrungsmitteln. Auch Bekleidungsstücke brachte Michael meist mit (z. B.Kopftuch der Dorfältesten, Mütze des Babys). Die bushmens leben von der Jagd, vom Sammeln von Früchten und Wurzeln und verkaufen selbstgemachten Schmuck. Es sind sehr freundliche, zurückhaltende und stille Menschen.










Fazit
10 Tage voller neuer Eindrücke bewirkten bei mir: ich hatte Blut geleckt, war vom Afrika-Virus infiziert! Für mich stand fest, nächstes Jahr wieder...




Dienstag, 29. Dezember 2009

Afrika

Ein wunderschöner Sonnenuntergang in Botswana/Okavango-Delta im Juli 2007